Julia Kragh
ist Theatermacherin, Produzentin und Klangkünstlerin mit Sitz in Leipzig und bewegt sich in ihrer Arbeit zwischen Stimme, Sound und Narration - dabei versteht sie kollektives und dokumentarische Erzählen als künstlerische Praxis mit gesellschaftlichen Veränderungspotenzial.
In ihrem Studium der Theaterwissenschaft und ihrer Arbeit am freien Theater – unter anderem am English Theatre Leipzig e. V. und Neues Schauspiel Leipzig – begann sie bereits früh, Verantwortung für künstlerische Prozesse, Produktionsstrukturen und kollaborative Arbeitsweisen zu übernehmen. Dabei galt ihr Interesse weniger den klassischen Theaterstrukturen, als der Frage, wie künstlerische Räume gemeinschaftlich organisiert und neu gedacht werden können. Die Erforschung dieser Prozesse setzt sie nun im queerfeministischen Kollektiv FAUL&HÄSSLICH. fort.
Neben ihrer Arbeit als Junior Studiomanagerin in der Hörbuchproduktion bei Buchfunk fusioniert Julia freiberuflich performative Ausdrucksformen mit Hörmedien. Dabei entstehen Räume für marginalisierte Perspektiven, in denen Zuhören zu einer politischen Praxis wird - wie zum Beispiel in der klanglichen Endgestaltung des Audiowalk-Formats „Queer Voices“ und “VOICEOVER SCIENCE - Das ist alles nur geklaut.”
Abseits des Theaters und den Hörmedien arbeitet Julia auch im Film als Visual Effects Coordinator bei internationalen Kinoproduktionen wie „Longlegs“, „The Monkey“ und „Backrooms“.
Im Horror als ästhetisches Mittel finden sich die zentralen Anliegen ihrer künstlerischen Praxis zusammen: die Arbeit mit Klang und Narration sowie die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen, Tabus und Verdrängungsmechanismen, deren Sicht- und Hörbarmachung es ermöglicht, sich kollektiv zu ermächtigen.

